Zehn Jahre. Könnt ihr euch das vorstellen? Zehn Jahre lang war diese Geschichte meine treue Begleiterin – manchmal eine schweigsame, manchmal eine zickige, aber immer eine, die mich nicht losgelassen hat. Ich habe in Archiven gewühlt, bis meine Augen tränten, ganze Kapitel gelöscht, weil sie einfach nicht stimmten, nachts wach gelegen und Dialoge im Kopf hin- und hergewälzt. Es gab Momente, da wollte ich alles hinschmeißen. Und andere, da wusste ich: Das hier ist genau mein Ding.
Jetzt ist es endlich so weit: Spätlese – Lang lebe die Königin verlässt meinen chaotischen Schreibtisch und macht sich bereit für die große weite Welt.
Die letzten Wochen waren ein einziger Wirbelwind. Meine wunderbaren Testleser haben mir noch einmal richtig eingeheizt – im besten Sinne! Das Lektorat hat aus meinen manchmal holprigen Sätzen etwas Rundes, Schönes gemacht. Und das Cover … ach, wenn ich es nur schon in den Händen halten könnte! Mein Designer hat verstanden, was ich nur mühsam in Stichpunkten ausdrücken konnte: dieses Gefühl von Eleganz und Geheimnis, mit dem goldenen Licht der Unstrut, das mir so oft beim Schreiben vor Augen stand.
Der Druckauftrag ist raus, die ISBN klebt quasi schon am Buch, alles läuft – und trotzdem sitze ich hier mit diesem kleinen Flattern im Bauch. Wird der 18. August wirklich klappen? Ein paar Tage Verzögerung beim Cover haben mir schon graue Haare gemacht, aber ich glaube fest daran, dass wir es schaffen.
Falls ihr mich fragt, wie ich mich fühle: Ich bin ein einziges Durcheinander aus Aufregung, Stolz und – ja, das gebe ich zu – ein paar verstohlenen Tränen. Denn wisst ihr was? Dieses Buch loszulassen ist wie das erste Mal, wenn das eigene Kind alleine zur Schule geht. Ich lasse meine Rea Maiwald ziehen, damit sie euch begegnen kann. Damit sie euch mit in die Weinberge nimmt, über die Kopfsteinpflaster zwischen Freyburg und Nebra stolpern lässt, euch hineinzieht in eine Geschichte, die voller kleiner und großer Geheimnisse steckt.
Danke, dass ihr mit mir auf diese Reise geht. Jetzt fängt für uns alle ein neues Kapitel an – und ich kann es kaum erwarten zu sehen, was passiert.
Von Herzen, Eure Anne Weinhaus

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